Pruuhdl Deff Mäddl!

Was zunächst nach einer besonderen Form von Tourette klingt, wird ein kleiner Exkurs in meinen exquisiten Musikgeschmack.
Wobei ich nicht unbedingt sagen möchte, dass es da so viel Unterschied gibt.

Warum hört ein Mensch eigentlich die Musik, die er nun mal gerne hört? Ich kann euch die Frage nicht beantworten. Ich weiß von meinem Geschmack aber, dass er gewöhnungsbedürftig ist. Und das fing schon bei der ersten selbst erworbenen Platte an – es war natürlich eine Metallkapelle. Aber nicht irgendeine, nein, gutes altes Thrash Metal aus Brasilien, bekannter unter dem Namen Sepultura.

Ich war hin und weg, schon vom ersten Lied. Ganz sanft, ruhig und melodisch kommt der erste Track daher und man muss sich kurz fragen, ob man denn auch wirklich Metal hört. Nach 50 Sekunden weiß man bescheid. Es war die Ruhe vor dem Sturm, denn auf einmal fegt über einen ein und Drumgewitter weg, das man als gut behütet aufgewachsener Knabe so erstmal nicht kenne. Man fängt auch ziemlich schnell an, Lyrics und Riffs zu verinnerlichen. Kann eigentlich immer mitsingen und auf der Luftgitarre auch mitspielen.

Ich blieb dann längere Zeit dem Metal treu, wobei es hier nie die glamourösen, melodischen und symphonischen Varianten, sondern immer die brachialen, schnellen waren, die mich am meisten gefangen haben. Möglichst weit weg von Allerweltsgedudel. Möglichst viel Krach. Möglichst ohne sofort erkennbare Rhythmik oder Melodie. Es zwingt einen dazu, mal genauer hinzuhören, nicht einfach nur berieseln lassen. Der Kenner weiß, gerade im Metallischen sind die vermeintlichen Krachmacher extrem gute Musiker, es lohnt sich also durchaus, einfach nur dazusitzen und der Musik zuzuhören und nicht nebenbei noch sonstetwas zu erledigen.

Eine Unterbrechung gab es durch meine EBM/Industrialzeit. Auch hier kann man sich aber schon denken, wohin das ganze führt: Mehr „Geräusch“, weniger – sofort erkennbare – Melodien. Eine Tendenz war abzusehen. Auch kurze Ausflüge in Hardstyle, Schranz und Hardcore/Terror folgten. Man merkt hier schon am Namen, das sowas eher nicht im Radio gespielt wird.

Und dann kam meine aktuell anhaltende Phase. Black und Death Metal. Dabei gab es hierfür eigentlich nur die folgenden Kriterien, die Musik erfüllen musste:

Black Metal musste möglichst roh, grimmig und blasphemisch sein.
Death Metal musste möglichst oldschool, grimmig und brutal sein.

Es geht zwischendurch soweit, dass ich Musik, bei der man den Gesang beim ersten mal verstehen und erfassen kann, zeitweise gar nicht mehr hören kann. Nach spätestens fünf Minuten brauche ich was keifendes, kreischendes, grunzendes auf meinen Lauschern. Ich höre auch lieber gar keine Musik, als Radio.

Aha. Wenn mir jemand sagen kann, warum das so ist, nur zu. Ich nehme auch gerne an irgendwelchen Studien zu dem Thema teil. Es gibt bestimmt Gründe dafür, wäre sicher interessant.

Was wäre denn nun passiert, wenn ich damals nicht zu Sepultura, sondern zu Snoop Dogg gegriffen hätte? Trüge ich jetzt vermutlich statt fast nur schwarz und fast nur Bandshirts, gepaart mit langen Zotteln und Vollbart dann wohl zu lockere Hosen mit zu weiten T-Shirts und nem schiefen Cappy?

Lieber nicht.

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